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Warum ich ab 1996 zum Nichtwähler und ab 2005 wieder zum Wähler wurde

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2002 - Der erfolglose Versuch eines lokalen Wahlboykotts

Wie aus den vorhergehenden Seiten 1 + 2 zu ersehen ist, kann man wohl einen Bürger verstehen, wenn er zum Nichtwähler wird. Mit Hinweis auf ähnliche Argumente habe ich versucht, für die Bundestagswahlen 2002 in einer Kleinstadt mit 3500 Haushaltungen, einen lokalen Wahlboykott zu erreichen. Die Absicht war, einen Wahlboykott-Referenzfall im Hinblick auf die zunehmende Politikerverdrossenheit zu statuieren, verbunden mit der Hoffnung, Medien für eine Zusammenarbeit zu gewinnen um der Problematik, die mit zunehmender Politikerverdrossenheit einhergeht, entgegenzutreten. Für die Aktion wurden 5 Tage vor der Bundestagswahl alle Haushaltungen der besagten Kleinstadt bestückt.

Ergebnis: Der Wahlboykottaufruf zeigte keine nachweisbare Wirkung. Damit konnte man auch auf die Hilfe der Medien verzichten. Insgesamt gesehen war diese Aktion eine große Enttäuschung. Recherchen ergaben, dass viele Wähler - obwohl auf die lokale Begrenzung hingewiesen wurde - einen Wahlboykott für gefährlich hielten und die Chancen, die damit verbunden sind, nicht erkannten bzw. erkennen.

Ein großangelegter Wahlboykott wäre gefährlich, da dieser extremen Gruppierungen in die Hände spielen würde.

Ein lokal begrenzter Wahlboykott dagegen hätte keinerlei negative Auswirkungen, da der erhöhte prozentuale Stimmenanteil der extremen Gruppierungen auf Bundeseben nicht von Bedeutung wäre.

 

Warum ich wieder zum Wähler wurde und 2005 SPD gewählt habe

Die Administration der Regierung Georg.W.Bush startete den Irakkrieg mit der Begründung, die Zerstörung der im Irak gelagerten Massenvernichtungswaffen zu erreichen. Frau Dr. Angela Merkel unterstützte die Begründung massiv.  Relativ bald gab die Bush-Administration zu, dass es sich dabei nur um einen Vorwand handelte, der gelogen war. Angela Merkel distanzierte sich nie - wie mir bekannt - von der Lüge der Bush-Administration, sondern hofierte sie weiterhin.

 

Zur Bundestagswahl 2005 trat Frau Merkel als Kanzlerkandidatin für die CDU an.
Ab hier - 2005 - wurde ich nach 9 Jahre der Gruppe der Nichtwähler zugehörend wieder zum Wähler.

Der Grund: Frau Dr. Angela Merkel hielt ich im Zusammenwirken ihrer Verhaltensweisen in Bezug auf die Bush-Regierung schlichtweg für so gefährlich, dass ich mich entschloss, ihr mit meiner Stimme ein Gegengewicht zu geben. Ich gab meine Stimme der SPD in der Hoffnung, die Bildung einer großen Koalition zu unterstützen. Es wäre wünschenswert, wenn Führungseliten die Fähigkeit hätten, sich für eigene vergangene Fehleinschätzungen zu entschuldigen. Das wäre nicht nur vertrauensbildend, sondern würde den Führungsanspruch bestärken. 

 

Die Reue kam recht schnell:

Nach dem Auftritt von Gerhard Schröder am Wahlabend in der Elefantenrunde hatte ich meine Wahlbeteiligung fast schon wieder bereut

Ein Spitzenpolitiker (Franz Müntefering) spricht es aus, andere denken es nur.

"Ich finde (wir finden) es unfair, an Wahlaussagen gemessen zu werden. "

Es handelte sich um die Aussage des "Spitzenpolitikers Franz Müntefering - SPD" während einer Pressekonferenz 2006.

Zur Erinnerung: Vor der Bundestagswahl 2005 kündigte die CDU eine MwSt-Erhöhung von 2% an. Die SPD 0% - "mit uns gibt es keine MwSt.-Erhöhung".
Nach der Bundestagswahl 2005 > Koalitionsergebnis zwischen SPD + CDU/CSU waren eine MwSt.-Erhöhung von 3%.  Ein allgemein akzeptierter Koalitionskompromiß wäre maximal bei 2% gelegen.

Obwohl ich vom Prinzip her nichts gegen die eigentlich MwSt.-Erhöhung von 3% hatte, kam ich mir als Wähler durch Franz Münteferings Aussage total verarscht vor. Jegliche Art Vertrauen in die SPD war verflogen.

 
Gegen die von der CDU im Vorfeld der Bundestagswahlen 2005 angekündigten Mehrwertsteuererhöhung hatte ich keine Einwände. Allerdings gegen die Art und Weise, wie sie dann in der amtierenden Regierungskoalition stattfand.

 

Beide Parteien haben also im Vorfeld der Bundestagswahl gelogen.

 

Von den Parteigefolgschaften der SPD und CDU kam keinerlei Korrektiv

 

 

Es darf nicht vergessen werden

Angela Merkel beteuerte vor der Bundestagswahl 2005 ausdrücklich ihren Willen zur Wahrhaftigkeit, um der zunehmenden Politikerverdrossenheit der Bürger entgegen zu wirken. "Wir sagen vor der Wahl das, was die Bürger nach der Wahl erwartet."
Der Wille einer Person zum wahrhaftigen Handeln sagt nichts aus über deren Fähigkeit zum wahrhaftigen Handeln."

Die gleiche Erkenntnis gilt auch in Bezug auf Fairness:

"Der Wille einer Person zu fairem Handeln sagt nichts aus über deren Fähigkeit zum fairen Handeln."

Zur Relativierung: Hat eine Person den Willen zum positiven Handeln, ist dies schon einmal gut.

Bemerkung:  Frau Merkel war bei besagter Pressekonferenz mit anwesend. Zur Äußerung von Franz Müntefering hat sie geschwiegen. Wäre Frau Merkel bewusst, was Wahrhaftigkeit im Hinblick auf ihre Glaubwürdigkeit und die zunehmende Politikerverdrossenheit bedeutet, hätte sie niemals diese 3% MwSt.-Erhöhung - auch wenn diese ihr genehm war - akzeptieren dürfen.
Hier bestätigt sich die Erkenntnis Hitlers in Bezug auf Wahlkampfführung - eine Erkenntnis, die auch heute knallhart durchgezogen wird:

"Die Aufnahme der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß.   Aus dieser Tatsache heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag."

In Bezug auf die Wahrhaftigkeit der SPD kam 2008 der Wortbruch der Hessischen SPD hinzu, mit der "Linke" zu kooperieren.

Hierzu zur Auflockerung ein Videoclip - "Korruption und Skrupellosogkeit statt Gewissen bei den Politikern

 

 

 

Weiteres groteskes Verhalten:

Für den Bundestagswahlkampf 2009 wurde extra Franz Müntefering wiederholt als sogenannte Wahlkampflokomotive in den SPD-Vorstand gewählt. Eine Person, welche nach den letzten Bundestagswahlen selbst seine eigenen Wähler brüskiert hat?

"Ich finde (wir finden) es unfair, an Wahlaussagen gemessen zu werden. "

Die SPD hat ihre Wähler regelrecht für blöd gehalten. Das Korrektiv innerhalb der SPD-Gefolgschaft hat absolut versagt. Selbst die Wahlkämpfer an der Basis haben sich durch die Duldung der Wiederwahl von Franz Münterfering unglaubwürdig gemacht.

Ich hoffe sehr, dass die hier geäußerte Kritik die SPD-Basis wachrüttelt, damit diese Partei wieder erstarkt!

 

Ab hier war für mich die SPD beim besten Willen nicht mehr wählbar.

  • Wie soll ein absoluter Demokratiebefürworter jemand unterstützen, der die Demokratie und die Wähler nach gewonnener Wahl so respektlos behandelt hat? Von jemandem, der so gehandelt hat ohne sich zu entschuldigen, kann man erwarten, dass er es auch in Zukunft tut.
  • Wie soll man eine Partei wählen, deren Mitglieder es zulassen, dass die Führungsspitze so respektlos mit eigenen Wählern umgeht? Eine Führungsspitze die versucht, durch Wahlplakate mit sinnloser primitiver Polemik die politischen Gegner bei Wählern madig zu machen?

Diese Vorgänge empfand ich persönlich nur noch abstoßend. Positive vergangene Leistungen der SPD  verschwanden gedanklich in den Hintergrund.

Das Denken beeinflusst im starken Maße das Handeln.

Nach der Wahl hat sich die SPD-Basis gefragt, wie so ein schlechtes Ergebnis möglich sei.

 

Hier spiegelt sich unser Bildungssystem in Bezug auf - zugespitzte Formulierung - "krankhaft hörige Gefolgschaften" wider >>

 

Über die Dummheit - von Dietrich Bonhoeffer

 

Merkels Kabinett gönnt sich mehr Gehalt


Zusatzbemerkung: Nach der Wahl haben sich gleich SPD-Leute selbst an die Parteispitze gehievt, die diese Respektlosigkeit gegenüber den eigenen Wählern als Minister in der Großen Koalition mitgetragen haben. Dadurch werden die Parteigebaren mit Sicherheit nicht glaubwürdiger.

Fakt: Solang Leute, die diese für mich empfundene Misere als Spitzenpolitiker (Minister) mitgetragen haben, sich nach dem Wahldesaster selbst an die Parteispitze gehievt haben und auf diesen Plätzen die SPD vertreten, ist die Partei für mich persönlich weiterhin nicht wählbar.

Schade

Trotz erhobener Vorwürfe gegen aufgeführte Politiker möchte ich dahingehend relativieren, dass ich einigen in anderen Bereichen zugestehe, einen relativ guten Job zum machen. Die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel bspw. hat mich - trotz meiner negativen Wahrnehmung gegen sie - positiv überrascht. smili.jpg (1050 Byte)

 

Wie ist das möglich?

Laut "SternWahlomat" hatte ich im Vorfeld der Bundestagswahlen 2009 die größte Übereinstimmung mit der "Linke" - gewählt habe ich aber die FDP ?

weiter >>

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