DIE sind WIR !?
Es hat Kraft gekostet, die InternetSeite "Mit-mir-nicht-mehr.de" zu konzipieren. .
(v. Herausgeber)

WARUM?

Das Schreiben bzw. kreieren der Seite war nicht das Problem. Das Problem war die Angst vor wiederkehrenden Frustrationserlebnisse in Bezug auf Selbstzweifel: "Läuft dieses Engagement wieder in Leere?" - "Rennt man wieder nur aussichtslos gegen Windmühlen an?"

In unserem relativ freien demokratisch regierten Staat ist es leicht, seine Meinung zu äußern. Gerade deshalb ist es aber zum Verzweifeln, wenn man am laufenden Band von allen Seiten Kritik  hört, "Deutschland ist am Ende" - "DIE haben alles kaputt gemacht" - "DIE denken nur an ihre eigenen Interessen" - "DIE lügen und betrügen" - "DIE wollen nicht, dass es dem Volk gut geht" - etc.

Stellt man die Frage, wer sind DIE, bestimmen DIE, wie wir miteinander umgehen? Sind DIE dafür verantwortlich, dass wir nicht in der Lage sind, uns zu organisieren und gemeinsam versuchen, uns gegen Missstände zu wehren?
Macht man dann den Vorschlag, "lasst uns gemeinsam gegen Missstände angehen", kommen meist die Antworten: "das bringt eh nichts" - "hab keine Zeit" - etc.

Hier schließt sich der Kreis. Es wird deutlich, DIE sind WIR

 

Eigenschaften, die ich auch an mir selbst hinterfrage:
  • gebe ich auch unmerkliche Überzeugungen auf, um die eigene Karriere nicht zu gefährden?
  • schweige ich manchmal auch in unabhängiger Position, um keine Vorteile einzubüßen?
  • passe ich mich manchmal lieber an, um die Zuneigung anderer nicht zu verlieren?
  • fallen mir nicht auch sehr rasch Gründe ein, um mich nicht einzumischen?

"Ehrlichkeit ist ein Eckpfeiler in jeder Beziehung, egal, ob geschäftlich oder persönlich. Sich der  wahren Absichten eines Menschen bewusst zu sein, ist sehr wertvoll; es spart einem Zeit, Geld, Energie und Seelenqualen."
Entnommen aus dem Buch "Halt mich nicht für blöd" v. David J. Liebermann

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  • erkläre ich manchmal moralische Grundsätze nicht auch für unwirksam, um keine Konflikte eingehen zu müssen?
  • weigere ich mich manchmal nicht auch, um eine Blamage zu riskieren?
  • bin ich manchmal nur mutig, wenn mir der Erfolg sicher ist?
  • und, und, und .......

 

"Gründe" heißt es in einem Gedicht von Erich Fried, die ich auch an mir erkenne:

Weil alles nicht hilft
Sie tun ja doch was sie wollen

Weil ich mir nicht nochmals
die Finger verbrennen will

Weil man mir lachen wird;
Auf dich haben sie gewartet

Und warum immer ich?
Keiner wird es mir danken

Weil jedes Schlechte
vielleicht auch sein Gutes hat

 

Weil es Sache des Standpunktes ist
und überhaupt wem soll man glauben?

Weil auch bei den anderen nur
mit Wasser gekocht wird

Weil ich das lieber
Berufeneren überlasse

Weil man nie weiß
wie einem das schaden kann

Weil sich die Mühe nicht lohnt
weil sie alle das gar nicht wert sind

Erich Fried

 

Im Gegenzug motivierende Worte und kraftgebende Gründe, die Initiative "Mit-mir-nicht-mehr.de" durchzuziehen.

Auszug aus dem Buch
"Wer nicht leiden will, muß hassen" 
Autor Horst Eberhard Richter

Bericht von Caroline Sölle über den Marsch der Vertreter der indianischen Völker des bolivianischen Tieflandes 1990 nach der Hauptstadt La Paz.

Nahezu achthundert Menschen , darunter Alte und Kinder, machten sich zu Fuß auf den langen Weg über 500 Kilometer mit einem Anstieg über einen fast 5000 Meter hohen Paß. Sie marschierten zum Teil barfüßig und ohne warme Kleidung aus tropischer Urwaldhitze in eisige Kälte, ohne Sponsorenhilfe,ohne Entwicklungsgelder. Nur ihre territorialen Rechte und ihre Würde waren die Forderungen auf ihren Plakaten.

Ein 88 jähriger, nach seiner Erschöpfung durch den 500 Kilometer langen Marsch gefragt, antwortete: "Es gibt keine Erschöpfung. Wovon wir in Wahrheit erschöpft sind, ist das Ruhehalten."

In unserem relativ freien demokratisch regierten Staat ist es leicht, seine Meinung zu äußern.

Wenn ich den Satz des alten Mannes lese, schäme ich mich dafür, warum ich mich so schwer tue, mich gegen offensichtliche Missstände zu wehren.
Bin ich es denn wert, in einem freien Land zu Leben? (Frage des Initiator der Initiative "Mit-mir-nicht-mehr.de an sich selbst) 

Dazu eine Gewissensfrage des Autors Horst Eberhard Richter: Was könnte die Völker der Industrieländer dazu bewegen, ihr Elend im relativen Wohlstand, ihre Entwürdigung durch ihren moralischen Verfall zu begreifen um zum Hoffnungsmarsch aufzubrechen?


 

Vaclav Havel

Wertgerichteter Widerspruch wird von Vaclav Havel als "der Versuch, in der Wahrheit zu leben" bezeichnet:

  • Sich nicht anzupassen, sondern aus der eigenen Person heraus handeln. Sagen, was ich wirklich denke - und die Kraft finden, mich mit denen zu solidarisieren, mit denen mich zu solidarisieren mir mein Gewissen nahelegt.
  • Sich nicht zum Objekt herrschender Verhältnisse machen, sondern als Subjekt diese Verhältnisse mitgestalten. Dazu gehört: sich nicht in die schutzgewährende Rolle des gehorsamen Kindes drängen zu lassen, sondern eigenes Handeln selbst verantworten.
  • Die widerspruchlosen Übereinstimmung mit den als unabänderlichen vorgegebenen Zwänge brechen; statt dessen die innere Einheit der Person wahren. Dem "besseren Ich" eine Chance geben gegen Erniedrigung und Entfremdung, die ihm das System aufzwingen möchte.
  • Sich nicht in der anonymen Menge auflösen und mit ihr bequem im Fluss des Pseudolebens mitschwimmen. Den höheren Sinn individuellen Lebens nicht den Verlockungen "herdenhafter Unbekümmertheit" opfern.

     


Ich hoffe, dass sich viele wiedererkennen und motiviert werden, im Rahmen ihrer Möglichkeiten aufzustehen und mitzumachen,

  • denjenigen die Rote Karte zu zeigen, die die Freiheit auf Kosten anderer missbrauchen

 

Wozu lernen wir Lesen und Schreiben, wenn wir das Denken anderen überlassen und damit unser Schicksal in deren Hände legen?

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